Leuchtturm List West auf Sylt – der nördlichste Leuchtturm Deutschlands
Schon von weitem fällt er in der Dünenlandschaft des Lister Ellenbogens auf: der Leuchtturm List West. Der kleine, weiß-schwarze Turm steht auf dem westlichen Teil des Ellenbogens und gehört zu den markantesten Wahrzeichen im Norden Sylts. Gleichzeitig besitzt er einen besonderen geografischen Superlativ: Der Leuchtturm List-West ist das nördlichste Gebäude Deutschlands und gleichzeitig der nördlichste Leuchtturm Deutschlands. Mit seiner Lage am Ellenbogen befindet er sich unmittelbar in jener Landschaft, in der auch der nördlichste Punkt Deutschlands liegt. Der Turm ist mit seinen 11,3 Metern Höhe gar nicht besonders groß.
Der Leuchtturm List-West ist vielleicht nicht der imposanteste Leuchtturm Deutschlands. Er ist nicht besonders hoch. Sein Leuchtfeuer liegt auf einer Höhe von 19 Metern. Er kann nicht bestiegen werden. Und es gibt keine Aussichtsplattform. Aber er steht an einem außergewöhnlichen Ort. Mitten in der Dünenlandschaft des Lister Ellenbogens. Und genau deshalb gehört er zu jedem Besuch im Norden Sylts dazu.
Wo steht der Leuchtturm List-West?
Der Leuchtturm List-West befindet sich auf dem Lister Ellenbogen nördlich von List. Die Zufahrt zum Ellenbogen führt aus Richtung List über das Privatgelände des Ellenbogens. Kurz nachdem Du die Mautstelle passiert hast, erreichst Du den Bereich des westlichen Leuchtturms. Seine Lage ist besonders reizvoll: Der Turm steht in der schönen Dünenlandschaft des Ellenbogens. Dadurch wirkt der Leuchtturm fast ein wenig verloren in der Landschaft. Und genau das macht ihn zu einem so schönen Fotomotiv.
Die Geschichte des Leuchtturms List-West
Die Geschichte des Leuchtturms beginnt im Jahr 1857. Damals gehörte Sylt noch nicht zu Preußen beziehungsweise Deutschland, sondern stand unter dänischer Herrschaft. Der dänische König ließ auf dem Ellenbogen zwei Leuchtfeuer errichten: List-West und List-Ost. Der Grund war keineswegs touristischer Natur. Die Gewässer rund um Sylt waren für die Schifffahrt anspruchsvoll. Sandbänke, Untiefen, wechselnde Fahrwasser und die exponierte Lage der Insel machten die Navigation schwierig.
Die beiden Leuchttürme sollten den Schiffen dabei helfen, ihre Position zu bestimmen und sicher durch die Gewässer rund um den nördlichen Teil Sylts zu navigieren. Die beiden Türme waren damit von Anfang an wichtig für die maritime Navigation.
Warum gerade am Ellenbogen zwei Leuchttürme gebaut wurden
Auf den ersten Blick fragt man sich, warum man auf einer relativ kleinen Halbinsel gleich zwei Leuchttürme baute. Die Antwort liegt in der Funktion von Leuchtfeuern. Ein einzelner Leuchtturm kann einem Schiff zwar anzeigen, dass sich Land beziehungsweise eine Gefahrenstelle in der Nähe befindet. Mehrere Leuchtfeuer können dagegen unterschiedliche Lichtsignale aussenden und dadurch eine genauere Orientierung ermöglichen. Die beiden Lister Leuchttürme gehören deshalb zusammen. Sie sind wei eigenständige Leuchtfeuer und Teil eines größeren Systems zur Orientierung der Schifffahrt.
Ein ungewöhnlicher Leuchtturm aus der Frühzeit
Eine Besonderheit der beiden Lister Türme steckt in ihrer Bauweise. List-West und List-Ost waren die ersten Leuchttürme Deutschlands, die aus verschraubten gusseisernen Platten errichtet wurden. Gleichzeitig gehören sie zu den ältesten Leuchttürmen an der Westküste. Das ist für Besucher kaum zu erkennen. Von außen wirken die Türme zunächst wie klassische massive Leuchttürme. Tatsächlich besteht ihre Konstruktion aus einzelnen gusseisernen Platten, die miteinander verschraubt wurden.
Diese Bauweise war im 19. Jahrhundert technisch interessant, weil sich solche Türme vergleichsweise schnell errichten ließen und die einzelnen Bauteile vor Ort montiert werden konnten. Damit ist der Leuchtturm List-West nicht nur ein schönes Fotomotiv, sondern auch ein interessantes Zeugnis der damaligen Ingenieurtechnik.
Der Leuchtturm ist heute noch in Betrieb
Obwohl der Leuchtturm List-West mehr als 160 Jahre alt ist, gehört er keineswegs nur zur historischen Vergangenheit. Das Leuchtfeuer ist weiterhin funktionstüchtig und dient der Navigation in der Nordsee. Allerdings hat sich die technische Arbeitsweise grundlegend verändert. Früher mussten Leuchtturmwärter den Betrieb des Leuchtfeuers überwachen und die technischen Anlagen bedienen. Heute funktioniert die Überwachung und Steuerung weitgehend automatisiert. Seit 1977 wird der Lister Leuchtturm ferngesteuert. Die romantische Vorstellung vom Leuchtturmwärter, der einsam im Turm lebt und nachts das Feuer betreut, gehört längst der Vergangenheit an.
Die Optik des Leuchtturms
Auch technisch lohnt ein genauerer Blick auf den kleinen Turm. Das Leuchtfeuer besitzt eine geschliffene Gürtellinse mit einer Brennweite von 280 Millimetern. Die Linse selbst ist rund 85 Zentimeter hoch. Für Besucher ist diese Technik normalerweise nicht sichtbar, weil der Turm nicht öffentlich zugänglich ist. Trotzdem zeigt sie, dass hinter dem kleinen Bauwerk eine durchaus komplexe technische Geschichte steckt. Ein Leuchtturm ist eben nicht einfach nur eine Lampe auf einem hohen Turm. Die Optik muss das Licht so bündeln und verteilen, dass es aus großer Entfernung zuverlässig wahrgenommen werden kann.
Kann man den Leuchtturm List-West besichtigen?
Nein. Der Leuchtturm List-West ist nicht öffentlich zugänglich und kann nicht von innen besichtigt werden. Du kannst den Turm jedoch von außen sehen und fotografieren. Wer einen begehbaren Leuchtturm auf Sylt sucht, muss in den Süden der Insel fahren: Der Leuchtturm Hörnum ist der einzige Sylter Leuchtturm, der im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann.
Der nördlichste Punkt nahe des Leuchtturms
Der nördlichste Landpunkt Deutschlands befindet sich nicht unmittelbar am Leuchtturm List-West. Er liegt weiter nordöstlich auf dem Westellenbogen. Wenn Du den Leuchtturm besuchst, kannst du zu danach noch hier her. Die beiden Ziele lassen sich hervorragend miteinander verbinden. Gerade die Große Ellenbogen Runde führt durch diesen Bereich und verbindet den Leuchtturm mit dem nördlichsten Punkt und weiteren schönen Landschaftsbereichen der Halbinsel.
👉 Zum nördlichsten Punkt Deutschlands
Leuchtturm List-West und die Ellenbogen-Runde
Der Leuchtturm eignet sich hervorragend als Ausgangs- oder Zwischenziel einer Wanderung. Die Große Ellenbogen Runde führt auf einer Strecke von rund 9 Kilometern durch die Landschaft des Ellenbogens. Der Leuchtturm List-West gehört dabei zu den markanten Punkten der Tour. Wer eine kürzere Strecke bevorzugt, kann die Kleine Ellenbogen Runde wählen.
👉 Große Ellenbogen Runde
👉 Kleine Ellenbogen Runde
Wie kommt man zum Leuchtturm List West?
Der Leuchtturm liegt auf dem Privatgelände des Ellenbogens. Wer mit dem Auto auf den Ellenbogen fährt, muss deshalb eine Maut entrichten. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist der Zugang dagegen grundsätzlich kostenlos.
👉 Ellenbogen mit dem Auto
👉 Maut am Ellenbogen
👉 Ellenbogen mit dem Fahrrad
FAQ zum Leuchtturm List-West
Der Leuchtturm List-West wurde 1857 unter dänischer Herrschaft errichtet.
Der Turm ist 11,3 Meter hoch. Seine Feuerhöhe beträgt 19 Meter.
Ja. Der Leuchtturm List-West wird offiziell als nördlichster Leuchtturm Deutschlands bezeichnet.
Nein. Der Turm ist nicht öffentlich zugänglich.
Wirklich sehenswert ist der Schiefe Turm von Pisa, ihn kannst du auch von innen besichtigen. Geheimtipps sind dagegen der Weiße Turm in Brixen, der Zwölferturm in Sterzing und der Oberpfalzturm.
Ja. Das Leuchtfeuer ist weiterhin funktionstüchtig und dient der Navigation.



